
Kennzahlen
55,9 Sekunden: Im Artikel genannter Top-Gear-Streckenrekord.
745 kW: Angegebene elektrische Leistung.
2.000 kg: Angegebener maximaler Abtrieb bei einem 1.000 kg schweren Auto.
Der Schwerkraft zum Trotz: McMurtry Spéirling verblüfft mit einer Fahrt auf dem Kopf#
Der britische Elektro-Supersportwagen McMurtry Spéirling sorgte kürzlich für Aufmerksamkeit, als er mit seiner besonderen Ventilator-Technik an einem Tag zwei Weltrekorde brach. Ein Ventilator unter dem Auto erzeugt starken Abtrieb und damit ungewöhnlich hohe Haftung, noch bevor genügend Geschwindigkeit für aerodynamischen Abtrieb aufgebaut ist.
Bei derselben Veranstaltung fuhr das Auto mit 55,9 Sekunden einen neuen Top-Gear-Streckenrekord. Es war damit 3 Sekunden schneller als ein Renault-F1-Auto von 2004 und 13 Sekunden schneller als der straßenzugelassene Aston Martin Valkyrie. Außerdem fuhr es als erstes Auto aus eigener Kraft kopfüber und beschleunigte und bremste 10 Sekunden lang in umgedrehter Position.
Die Rekordleistung des McMurtry Spéirling#
Der McMurtry Spéirling zeigte, dass sein ventilatorgestütztes Abtriebssystem mehr kann, als nur Kurvengeschwindigkeiten zu erhöhen. Laut McMurtry bewies die Kopfüberfahrt, dass das Fahrzeug das Doppelte seines Eigengewichts als Abtrieb erzeugen kann: etwa 2.000 kg bei einem 1.000 kg schweren Auto.
Das erklärt, warum die Demonstration so überraschend wirkte. Das Auto verließ sich nicht allein auf herkömmliche Flügel bei hoher Geschwindigkeit. Aktiv erzeugter Ventilatorabtrieb presste es so stark gegen die Oberfläche, dass es selbst bei umgedrehter Plattform haften blieb.
Top-Gear-Streckenrekord
Der Spéirling absolvierte die Strecke in 55,9 Sekunden und lag damit vor einem Renault-F1-Auto von 2004 sowie dem im ursprünglichen Bericht genannten Aston Martin Valkyrie.
Kopfüber fahren
Das Auto beschleunigte und verzögerte 10 Sekunden lang kopfüber. Damit zeigte es, dass das Ventilatorsystem das Fahrzeug an der Oberfläche halten konnte.
Angabe zum Abtrieb
Die Demonstration deutete auf etwa 2.000 kg Abtrieb bei einem rund 1.000 kg schweren Fahrzeug hin.
Ventilatorgestützter Abtrieb funktioniert auch im Stand#
Laut dem Automobilportal Driven ist der McMurtry Spéirling ein elektrischer Einsitzer mit etwa 1.000 Kilogramm Gewicht und 745 Kilowatt Leistung. Sein Ventilatorsystem kann einen maximalen Abtrieb von etwa 2.000 Kilogramm erzeugen.
Der entscheidende Unterschied zur herkömmlichen Aerodynamik liegt im Zeitpunkt: Üblicher Abtrieb hängt stark von der Fahrgeschwindigkeit ab. Das Ventilatorsystem des Spéirling kann schon im Stand gleichmäßigen Abtrieb erzeugen und liefert dadurch Haftung, bevor das Auto schneller wird.
Aktiver Abtrieb
Das Ventilatorsystem saugt Luft unter dem Fahrzeug ab und erzeugt einen Druckunterschied, der das Auto gegen die Oberfläche presst.
Vorteil im Stand
Da der Ventilator aktiv arbeitet, wird keine hohe Fahrgeschwindigkeit benötigt, bevor der Abtrieb wirksam wird.
Vorführung der Kopfüberfahrt#
Thomas Yates, Mitgründer von McMurtry Spéirling Automotive, führte die Demonstration auf einer speziell angefertigten Plattform durch. Er startete das Fahrzeug darauf, aktivierte das Ventilatorsystem und drehte die Plattform um 180 Grad.
Während der Drehung blieb das Fahrzeug ohne mechanische Unterstützung an seinem Platz. Als die Plattform vollständig umgedreht war, fuhr Yates eine kurze Strecke. Nachdem die Plattform in ihre Ausgangslage zurückgekehrt war, fuhr er wieder herunter.
Die Kopfüberfahrt war kurz, veranschaulichte aber das Prinzip: Ventilatorgestützter Abtrieb kann genügend Haftung erzeugen, um übliche Erwartungen daran infrage zu stellen, wie ein Auto an einer Oberfläche hält.
Die moderne Wiederkehr des Fan-Car-Konzepts#
Ventilatorgestützter Abtrieb greift die Idee der verbotenen Fan-Cars aus den 1970er-Jahren auf, darunter der Chaparral 2J. Diese Konstruktionen verwendeten Seitenschürzen und ein niedriges Fahrwerk, um unter dem Auto ein Vakuum zu erzeugen.
Der McMurtry Spéirling überträgt dieses Konzept in einen modernen elektrischen Hochleistungssportwagen. Laut ursprünglichem Bericht beschleunigt das Auto in nur 1,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das Ventilatorsystem kann allerdings laut sein und Staub aufwirbeln.
Die jüngste Kopfüberfahrt war kurz. Das Unternehmen bezeichnete sie als Demonstration dafür, dass die Idee funktioniert. Längere Tests könnten folgen, doch bereits diese kurze Fahrt zeigte, wie weit die Technik des aktiven Abtriebs fortgeschritten ist.
Warum diese Kopfüberfahrt wichtig ist#
Der elektrische McMurtry Spéirling mit 1.000 hp zeigt, wie unwirklich Fahrzeugverhalten durch vakuumgestützten Abtrieb erscheinen kann. Statt erst mit zunehmender Geschwindigkeit aerodynamische Haftung aufzubauen, kann das Ventilatorsystem sie bei Bedarf erzeugen, selbst im Stand oder in umgedrehter Position.
Für die Automobilwelt ist die Demonstration mehr als ein Spektakel. Sie zeigt auch, wie elektrische Plattformen, aktive Aerodynamik und leistungsstarke Steuerungstechnik die Möglichkeiten von Hochleistungsfahrzeugen verändern.
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