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22 July 2021 / Tipps und Anleitungen / 6 min read

Was wissen Sie über Bremsflüssigkeit für Fahrzeuge?

Inhalt

Was wissen Sie über Bremsflüssigkeit für Fahrzeuge?

Bremsflüssigkeit wird in hydraulischen Bremsanlagen eingesetzt. Sie darf keine unerwünschten chemischen Reaktionen auslösen, muss hohen Temperaturen standhalten und darf Metalle sowie Gummi weder angreifen noch Gummi erweichen oder aufquellen lassen.

Über die Belüftungsöffnung des Bremsflüssigkeitsbehälters können Feuchtigkeit und Verunreinigungen eindringen. Die Flüssigkeit kann Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch ihr Siedepunkt sinkt. Bei längerem Bremsen steigt die Temperatur der Anlage, und es können komprimierbare Dampfblasen entstehen. Dadurch nimmt die Bremswirkung ab oder die Bremse fällt aus.

Bremsflüssigkeit regelmäßig wechseln

Warum Bremsflüssigkeit regelmäßig erneuert werden muss#

Das Volumen der Bremsflüssigkeit ändert sich mit der Temperatur. Durch die Behälterbelüftung angesaugte Luft enthält Feuchtigkeit und Verunreinigungen. Aufgenommene beziehungsweise gelöste Feuchtigkeit senkt den Siedepunkt.

Bei langem Bremsen erwärmt sich die Anlage. In den Leitungen können Dampfblasen entstehen, die sich zusammendrücken lassen und dadurch die Bremswirkung mindern oder einen Ausfall verursachen. Für die Fahrsicherheit muss Bremsflüssigkeit deshalb regelmäßig gewechselt werden.

Vorsicht

Wichtige Hinweise zur Bremsflüssigkeit#

  • Gelangt versehentlich Benzin, Diesel oder Motoröl in eine mit synthetischer Bremsflüssigkeit gefüllte Anlage, beeinträchtigt die Unverträglichkeit der Flüssigkeiten die Bremswirkung.
  • Nach etwa 40.000 km oder mehr als zwei Jahren durchgehender Nutzung kann sich der Zustand der Bremsflüssigkeit durch die lange Einsatzdauer verschlechtern. Ein rechtzeitiger Wechsel ist daher wichtig.
  • Bei Fahrzeugen mit Füllstandswarnung sollten Warnanzeige und Sensorfunktion regelmäßig beobachtet werden. Füllen Sie bei zu geringem Stand rechtzeitig nach und halten Sie den Pegel zwischen der unteren und oberen Behältermarkierung.
  • Fühlt sich die Bremse im normalen Fahrbetrieb schwergängig an, sollte die Bremsflüssigkeit rechtzeitig gewechselt werden. Vor dem Wechsel soll die Bremsanlage mit Alkohol gereinigt werden.
  • Zieht das Fahrzeug beim Bremsen zur Seite, muss die Anlage gründlich geprüft werden. Eine stark aufgequollene Dichtmanschette am Radbremszylinder kann auf ungeeignete Bremsflüssigkeit hinweisen. Dann sollte zusammen mit der Manschette auch die Flüssigkeit durch ein besser geeignetes Produkt ersetzt werden.
  • Lässt die Bremswirkung bei einem Jahreszeitenwechsel, besonders im Winter, nach, passt die verwendete Bremsflüssigkeitsklasse möglicherweise nicht zum kalten Klima. Wählen Sie beim Wechsel deshalb eine Bremsflüssigkeit mit geringerer Viskosität bei niedrigen Temperaturen.
  • Mischen Sie keine unterschiedlichen Bremsflüssigkeitstypen und Marken. Anlagen mit besonderen Anforderungen sollten mit den dafür vorgesehenen Marken befüllt werden. Durch Mischen verschlechtern sich die Eigenschaften. Auch als mischbar oder austauschbar gekennzeichnete Produkte mit guter gegenseitiger Löslichkeit sind für eine langfristige Mischnutzung nicht zufriedenstellend.
  • Bei eingedrungenem Wasser, Verunreinigungen oder Ablagerungen sollte die Bremsflüssigkeit rechtzeitig ersetzt oder sorgfältig gefiltert werden. Andernfalls kann der Bremsdruck zu niedrig werden und die Wirkung nachlassen.

Eigenschaften

Welche Eigenschaften sind besonders wichtig?#

Erstens: Bremsflüssigkeit hat einen sehr niedrigen Gefrierpunkt und bleibt bei Kälte gut fließfähig.

Zweitens: Ihr Siedepunkt ist sehr hoch, sodass bei hohen Temperaturen keine Dampfblasenbildung auftritt.

Drittens: Ihre Qualität verändert sich im Betrieb nur wenig, und sie greift Metalle sowie Gummi nicht an.

Wechselzeit

Wann sollte Bremsflüssigkeit gewechselt werden?#

Über den Wechselzeitpunkt gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche nennen bei Fahrten in tropischen Regionen 60.000 km, andere halten einen Wechsel ohne sichtbare Verschmutzung für unnötig. Im Allgemeinen sollte Bremsflüssigkeit jedoch alle zwei Jahre erneuert werden.

Mit der Zeit verschleißt auch der Bremszylinder unterschiedlich stark. Deshalb ist ein rechtzeitiger Flüssigkeitswechsel sinnvoll.

Methoden

Möglichkeiten zum Bremsflüssigkeitswechsel#

Es gibt verschiedene Methoden, Bremsflüssigkeit zu wechseln.

Bei der herkömmlichen Methode wird das Auto auf einer Hebebühne angehoben. Eine Person betätigt im Innenraum die Bremse, eine zweite lässt an jedem Rad die Flüssigkeit ab. Beim Bremsen wird die Entlüftungsschraube am Radbremszylinder geöffnet, sodass alte Flüssigkeit austritt. Oben wird neue Bremsflüssigkeit in den Vorratsbehälter gefüllt. Der Ablauf wird an jedem Rad wiederholt. Das ist umständlich; wegen des hohen Bremsdrucks kann austretende Flüssigkeit auf das ganze Rad spritzen.

Bei der verbesserten Methode sitzt ein Schlauch auf der Entlüftungsschraube, darunter steht ein Auffanggefäß. Nach dem Lösen der Schraube fließt die Bremsflüssigkeit langsam ab. Alle vier Räder gleichzeitig abzulassen, ist jedoch nicht sinnvoll. Weil die hinteren Leitungen länger sind, sollten Vorder- und Hinterräder getrennt behandelt werden. Sobald neue Flüssigkeit austritt, wird die Schraube geschlossen und das Fahrzeug gestartet. Eine Person tritt die Bremse fünfmal und hält dann das Pedal. Die zweite öffnet die Entlüftungsschraube und schließt sie sofort wieder. Nach zweimaliger Wiederholung je Rad ist die Entlüftung abgeschlossen.

Die fortschrittlichere Methode verwendet ein Bremsflüssigkeitswechselgerät, das an die Entlüftungsschrauben der vier Radbremsen angeschlossen wird. Der Füllschlauch wird über die Deckelöffnung mit dem Vorratsbehälter verbunden. So bilden Bremsleitungen und Gerät ein geschlossenes System. Während neue Flüssigkeit zugeführt wird, saugt das Gerät die alte aus den Bremszylindern ab. Der Vorteil ist, dass keine Flüssigkeit austritt.

Beim manuellen Ablassen muss der Füllstand im Vorratsbehälter beobachtet und bei Bedarf sofort ergänzt werden. Läuft er leer, wird die anschließende Entlüftung aufwendig und muss mehrfach erfolgen. Gelangt Bremsflüssigkeit auf Metallteile oder Reifen, sollte sie sofort abgespült werden. Da sie wasserlöslich ist, lässt sie sich mit viel Wasser entfernen. Ohne Abspülen kann sie Metall und Lack angreifen. Vermeiden Sie außerdem direkten Hautkontakt.

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