
Viele Techniker erleben beim Wechsel der Bremsflüssigkeit neuerer Fahrzeuge eine frustrierende Situation.
Die an den Entlüftungsventilen aller vier Räder austretende Flüssigkeit sieht möglicherweise bereits sauber und klar aus, ohne erkennbare Luftblasen. Dennoch berichtet der Fahrer nach dem Werkstattbesuch weiterhin von einem weichen oder schwammigen Bremspedal oder einem längeren Pedalweg. Manchmal ist dann ein erneutes Entlüften erforderlich.
Die Ursache liegt nicht immer in der Qualität der neuen Bremsflüssigkeit. Moderne Bremssysteme sind zunehmend komplex, insbesondere mit kompakten ABS-, ESC/ESP- und elektronisch geregelten hydraulischen Bremssystemen. Gegenüber herkömmlichen Bremsleitungen enthalten diese Systeme mehr Ventile, Kammern und interne Kanäle, die einen vollständigen Flüssigkeitswechsel erschweren können.
Herkömmliches Entlüften durch Schwerkraft und Absaugen mit Unterdruck können weiterhin sinnvolle Wartungsmethoden sein. Bei komplexen Hydraulikkreisen und Bereichen mit eingeschränkter Flüssigkeitsbewegung können sie jedoch an Grenzen stoßen.
Warum lassen sich moderne ABS/ESC-Ventilblöcke oft schwer durchspülen?#
Frühe Bremssysteme ohne ABS nutzten relativ einfache Hydraulikkreise, in denen die Bremsflüssigkeit durch geradlinige Leitungen floss. Heutige Fahrstabilitätsregelsysteme (ESC) enthalten dagegen ein hydraulisches Labyrinth im Kleinformat:
Komplexe Mikrokanäle — Der Ventilblock vereint mehrere stromlos offene bzw. stromlos geschlossene Magnetventile, Rückschlagventile und Niederdruckspeicher mit extrem engen Kanälen und zahlreichen 90°-Bögen.
Hartnäckiger oxidierter Schlamm — Bremsflüssigkeit ist stark hygroskopisch. Mit der Zeit verbindet sich aufgenommene Feuchtigkeit mit Metallpartikeln und bildet gelartigen Schlamm in den Toträumen des Ventilblocks.
Eingeschlossene Mikroblasen — Kleine Luftblasen können gelegentlich in Ecken, Kammern oder an Ventilstrukturen zurückbleiben. Bei geringem, gleichmäßigem Durchfluss lassen sie sich unter Umständen nur schwer lösen und aus dem System befördern.
Drei Grenzen herkömmlicher Verfahren zum Entlüften von Bremsflüssigkeitssystemen#
1. Schwerkraftentlüftung — Zu langsam, laminare Strömung
Physikalische Grenze: Die Schwerkraftströmung ist äußerst langsam. Die Flüssigkeit bewegt sich in einer gleichmäßigen, geordneten laminaren Strömung.
Ergebnis: Bei laminarer Strömung liegt die Geschwindigkeit an der Rohrwand nahe null. Dadurch lassen sich weder zäher Schlamm von den Wänden lösen noch Auftrieb und Haftung der Mikroblasen überwinden. Alte Flüssigkeit und eingeschlossene Luft verbleiben in den Vertiefungen des Ventilblocks.
2. Absaugen mit Unterdruck — Undichte Gewinde und Lufteintrag
Physikalische Grenze: Unterdruck-Absauggeräte erzeugen Saugwirkung an der Entlüftungsschraube des Bremssattels.
Ergebnis: Beim Lösen einer Entlüftungsschraube kann gelegentlich Luft am Gewinde eintreten und als Blasen im Absaugschlauch sichtbar werden. Diese Blasen stammen nicht unbedingt aus dem Inneren des Bremshydrauliksystems, was die Beurteilung des tatsächlichen Entlüftungszustands erschwert. Zudem kann die Wirksamkeit der Unterdruckabsaugung je nach Aufbau des Hydraulikkreises und Entfernung zur Absaugstelle variieren.
3. Manuelles Pumpen am Pedal — Unkontrollierter Druck und Bauteilverschleiß
Physikalische Grenze: Der Pedaldruck entsteht in unregelmäßigen Schüben, und der Kolbenweg kann über den normalen Arbeitsbereich hinausgehen.
Ergebnis: Bei älteren Fahrzeugen können Ablagerungen an der Zylinderwand die Dichtungen des Hauptbremszylinders beschädigen und interne Undichtigkeiten verursachen. Sind die ABS-Magnetventile stromlos und statisch gesperrt, lässt sich die Flüssigkeit durch blindes Pumpen außerdem nicht durch die Speicherkammern leiten.
Pulsierende Strömungsdynamik — Warum hochfrequenter dynamischer Druck Toträume reinigt#
Die einzige Möglichkeit, Flüssigkeitsreste aus den Toträumen von Mikrokanälen zu entfernen, besteht darin, eine gleichmäßige laminare Strömung umzuwandeln in eine turbulente pulsierende Strömung mit starken Scherkräften.
Mikrooszillationseffekt — Statt ausschließlich einen konstanten Druck anzulegen, erzeugt der pulsierende Betrieb wiederholte Druckänderungen im System. Diese Druckschwankungen können die relativ stabile Grenzschicht der Flüssigkeit an inneren Oberflächen stören und die Flüssigkeitsbewegung in Bereichen mit eingeschränkter Zirkulation verbessern.
Wirksame Entfernung von Verunreinigungen — Die hochfrequente Druckdifferenz wirkt direkt auf gelartigen Schlamm und Ablagerungen, löst sie aus Vertiefungen des Ventilblocks und von Filteroberflächen und bringt sie in der Flüssigkeit in Schwebe.
Erzwungener Austrag von Mikroblasen — Der pulsierende Druck stört das Gleichgewicht der Oberflächenspannung von Mikroblasen und spült verborgene Luftpolster an den Kanten von Rückschlagventilen fort.
Spezialgerät — Wie das AUTOOL AST618 den pulsierenden Flüssigkeitswechsel standardisiert #
Das AUTOOL AST618 Bremsflüssigkeitswechselgerät mit Pulsationsfunktion wurde für die Wartung moderner Bremssysteme entwickelt. Es nutzt kontrollierte Überdruckimpulse, um einen gleichmäßigeren Bremsflüssigkeitswechsel zu unterstützen.
Linear einstellbarer Pulsationsdruck von 0–3.0 Bar — Passt sich präzise an normale Pkw (1.0–1.5 Bar), Hochdrucksysteme und elektronisch-hydraulische Bremsen von Elektrofahrzeugen (EHB/iBooster) an und liefert ausreichend Pulsationsenergie, ohne eine Beschädigung des Vorratsbehälters zu riskieren.
Vollautomatischer Kreislauf mit nur einer Bedienperson — Die kontinuierliche, stabile Abgabe positiver Druckimpulse macht einen zweiten Techniker überflüssig. Eine einzige Bedienperson kann einen gründlichen Flüssigkeitswechsel an allen vier Rädern in nur 15–20 Minuten durchführen.
Schutz bei niedrigem Flüssigkeitsstand — Das Gerät verfügt über eine intelligente Flüssigkeitsstandsüberwachung. Wird der Stand der neuen Bremsflüssigkeit zu niedrig, stoppt das System automatisch den Betrieb und unterbricht die Druckzufuhr, um einen Lufteintrag in das Bremssystem zu verhindern.
Abgedichtetes, korrosionsbeständiges Adaptersystem — Das AST618 ist mit speziellen Adaptern aus Aluminiumlegierung für unterschiedliche Öffnungen von Bremsflüssigkeitsbehältern ausgestattet. Eine korrekt abgedichtete Verbindung hilft, den Betriebsdruck stabil zu halten, und verringert das Risiko, dass Luft in das System gelangt.
|
Vergleich |
Schwerkraftentlüftung |
Absaugen mit Unterdruck |
Manuelles Entlüften mit zwei Personen |
Pulsierender Flüssigkeitswechsel mit AUTOOL AST618 |
|
Strömungsform der Flüssigkeit |
Langsame laminare Strömung |
Langsame Unterdruckströmung |
Intermittierende, stufenweise Strömung |
Hochfrequente pulsierende turbulente Strömung |
|
Sauberkeit des ABS-Ventilblocks |
Sehr schlecht (keine Spülwirkung) |
Schlecht (Toträume bleiben zurück) |
Mittel (unerreichte Bereiche bleiben) |
Ausgezeichnet (pulsierende Schwingungen reinigen vollständig) |
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Entfernung von Mikroblasen |
Schlecht |
Schlecht (Lufteintritt am Gewinde) |
Mittel |
Ausgezeichnet (überwindet Oberflächenspannung, entfernt vollständig) |
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Sicherheit von Hauptbremszylinder/Kolben |
Sicher |
Sicher |
Höheres Risiko (Schäden durch übermäßigen Kolbenweg) |
Ausgezeichnet (konstanter Überdruck, kein mechanischer Verschleiß) |
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Zeit- und Personalaufwand |
40–60 min / 1 Person |
30 min / 1 Person |
40–50 min / 2 Personen |
15–20 min / 1 Person (automatisiert) |
Fazit: Wieder mehr Sicherheit bei der Wartung von Bremssystemen
Mit der zunehmenden Komplexität der Fahrzeugbremstechnik müssen sich auch die Wartungsmethoden in der Werkstatt weiterentwickeln. Angesichts immer komplexerer ABS/ESP-Ventilblöcke reichen traditionelle Entlüftungsverfahren, die auf Glück und Erfahrung beruhen, nicht mehr aus.
Mit dem AUTOOL AST618 Bremsflüssigkeitswechselgerät mit Pulsationsfunktion ersetzen Sie Versuch und Irrtum durch hochfrequenten pulsierenden dynamischen Druck. So werden Verunreinigungen in Toträumen und eingeschlossene Luft vollständig aus dem System gespült. Das Ergebnis ist ein lineares, festes Bremspedalgefühl auf OEM-Niveau für jeden Kunden.
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